Archiv für September 2006

Wer suchet, der findet.

Dienstag, 19. September 2006

Es gibt Situationen, da wissen selbst hartgesottene Internetprofis nur noch mit dem Kopf zu schütteln. Dass Menschen von uns erfahren wollen, wie sie ihre Alte um die Ecke bringen, dass sie Campingtipps für den Italienurlaub erwarten oder Genaueres zum Thema Prisma erfahren möchten, ist verständlich. Aber das? Uns fehlen die Worte, muss den heute alles umsonst sein? Ein kurzer Auszug aus unseren Suchlogs:

Zu bloed sich ohne Anleitung einen von der Palme zu wedeln.

Apropos Prisma: unsere Beiträge zum Thema haben jetzt ein neues Zuhause: www.prismablog.de. Klicken Sie mal, was drin steht!

Halbplanet der Fernsehzeitschriften.

Freitag, 15. September 2006

Aktuelles zum Thema Prisma finden Sie ab sofort unter: www.prismablog.de

Wickert, laut HartlapDer Gelehrtenstreit zwischen Ulrich Wickert, Grande Dame der deutschen Fernsehunterhaltung, und Prisma Chefredakteur Detlef Hartlap hält an. Nachdem Wickert in seiner Sendung Hartlaps Klassiker „Island: Reisen mit Insidertips“ jüngst mit einem lapidaren: „Belanglos! Wer will da hin? Fahren Sie lieber nach Frankreich!“ abfrühstückte, holt Kulturkritikschwergewicht Hartlap nun in seinem aktuellen Editorial zum Rückschlag aus. Und der sitzt!

In einem perfekt konstruiertem Metadialog werden eigene Metaphern hinterfragt, dass diese nicht „vollends schief werden“. Hier wird der Moderator zu einem gestürzten Olympier stilisiert, verbannt zum Dasein in einer einsamen „Nische (…) eine(r) Bücherstube“, dort Wickerts Leidenschaft für Fernsehen mit „Menschenfresserei“ gleichgesetzt. Wickert, ein Halbplanet, Pluto gleich, mit dem bloßen Augen längst nicht mehr sichbar.

Wen interessiert Wickert? Ist das normal, dass ein Moderator und seine Versprecher als spannender empfunden werden als die Nachrichten selbst?

Unsere Antwort auf diese Frage kennen Sie wohl schon.

— Die Redaktion

Klobrillendiebstahl: ein Italienischer Volkssport.

Dienstag, 12. September 2006

typisch Italien: dreckig und keine KlobrilleAm 1. September, Namenstag des St. Fiacre, Schutzpatron der Taxifahrer, Geschlechtskranken und Hämorrhoidenleidenden sieht man überall in Italien junge Männer mit gestohlenen Klobrillen aus Bars und Restaurants fliehen, um diese ihrer Herzensdame als Beweis ihrer Liebe zu schenken.

Diebstahlsicher? Von wegen.Dieser, allerorten als „Rubi la toletta“ bekannte Streich, erfreut die gebeutelten Toilettenbesitzer natürlich weniger. Sie rüsten auf: vielerorts sind in Italien die Klobrillen bereits abmontiert, speziell gesichert oder werden dem Toilettenbenutzer nur auf besondere Anfrage ausgehändigt. Auf dem Bild rechts (durch Klicken erhalten Sie eine Detailansicht) erkennen sie z.B. eine spezielle viereckige Toilette, die den Langfingern vermeintlich das Leben schwierig machen soll.

Fehl da etwas? Was Ausländer recht umständlich erscheint, ist für Italiener selbstverständlich: vor dem Toilettenbesuch geht man zum Wirt und erhält dort gegen einen geringen Pfand die Klobrille. Diese ist je nach Etablissement zusätzlich, z.B. durch eine schwere Kette oder einen Autoreifen, gesichert, wie es in Deutschland inszwischen auch bei Tankstellentoilettenschlüsseln üblich ist. Erst dann kann man sein „Geschäft“ erledigen.

Bitte fragen Sie an der Theke.TOPTIPP: Für ortsunkundige Reisende ist folgender Satz unverzichtbar: „Mi fornireste prego la sede della toletta?„, das soviel heißt wie „Bitte händigen Sie mir die Klobrille aus.“ Meist herrscht danach erst ein großes Gezeter. Der Wirt muss immer auf der Hut sein vor gewieften Tunichtguts, die vor keiner List zurückschrecken. Und längst beschränken sich die Beutezüge nicht mehr auf das Fiacrefest! Eher früher als später zeigt sich jeder Wirt in diesem Spielchen aber als einsichtig, also: hartnäckig bleiben. (Bild rechts, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht. Auf dem Schild steht: „Klobrille bitte an der Theke erfragen)

Bitte VOR und nach der Toilettenbenutzung die Hände waschen. Selbstverständlich kann der Wirt nicht immer eine frische Klobrille bereithalten. Besonders anfang September zur Zeit um das Fiacrefest sind Klobrillen in Italien in jedem Baumarkt ausverkauft. Betrachten sie das Bild links (durch Klicken erhalten Sie ein Detailansicht). Da entschuldigt sich der Wirt mit einem Schildchen und erinnert den Toilettenbenutzter an die besonderen Vorsichtsmaßnahmen, die sich aufgrund der widrigen hygienischen Bedingungen empfehlen. Auf dem Schild steht „Bitte waschen Sie sich vor und nach der Toilettenbenutzung die Hände“. TOPTIPP: Waschen Sie sich in Italien IMMER sowohl vor als auch nach der Toilettennutzung die Hände, auch bei vorhandener Klobrille!

Mussolinis Toilette auf Gran SassoÜbrigens: der Klobrillen Diebstahl hat in Italien auch in gehobenen Kreisen lange Tradition. So hat sich z.B. der Duce, Mussolini, selbst auf der Flucht aus dem Campo Imperatore die Zeit genommen, die Brille abzumontieren (Bild rechts, durch Klicken erhalten Sie eine Detailsansicht). Man munkelt, dass nach Sylvio Berlusconis Deutschlandbesuch sämtliche Klobrillen in Angela Merkels Privatresidenz erneuert werden mussten.

Prisma goes Bollywood!

Montag, 11. September 2006

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Bollywood, here comes Detlef!Hartlap, metaphorisch betrachtet.Altmeister der deutschen Literatur Günter Grass weiss immer noch zu provozieren. Z.B. Prisma Chefredakteur Detlef Hartlap in seiner neuen Kolumne. Das aktuelle Gedankenspiel: Kopfnoten -> Indien („Auf Computer … scheint der Inder nur gewartet zu haben.„) -> Bollywood -> Grass (war auch mal in Indien) -> SS (man fragt sich langsam, wo Grass noch nicht war?) -> Kopfnoten („So wie [Grass] drauf war … vermute ich, dass er vorzügliche Kopfnoten hatte. Darauf legte man Wert, damals.„)

Sechs! Hinsetzen!

Eine mittelschwere Katastrophe.

Montag, 11. September 2006

Spass verboten!Wenige Minuten in Levanto angekommen, mussten wir bedauerlicherweise feststellen, dass M’s deutscher Rezepteblock in italienischen Apotheken nicht gültig ist. Ausgerechnet Levanto! An jedem anderen Fleckchen Italiens wäre das keine Problem gewesen, doch in Levanto herrscht ein mit aller Strenge durchgesetztes absolutes Spassverbot (Bild rechts, duch klicken erhalten Sie eine Detailansicht). Erst als zwölf Flaschen rezeptfreies Nasenspray ausgetrunken waren, gestaltete sich der Tag als einigermassen erträglich.

Italien: Campingparadies.

Sonntag, 10. September 2006

Nicht, dass M und ich uns das Four Seasons in Mailand nicht leisten könnten, aber manchmal braucht man die Nähe zur Natur, die Ruhe und den rustikalen Charme, den nur Camping bieten kann. So erholt man sich im Schlaf (sofern man einschlafen kann) vom ständigen Stress und den Strapazen einer topbezahlten Führungsposition.

Autobahnparkplatz A2 Schweiz *****

Italien: Heimat des Autocamp!

Italien eignet sich vorzüglich für jede Art vom Camping. Am ersten Tag (Bild links, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht) haben wir es leider nicht bis Italien geschafft. Wir entschlossen uns, trotz der brennenden Sehnsucht nach Bella Italia, eine Nacht in der Schweiz zu „campen“, denn die Schweiz ist so wie Norditalien, nur sauber. So könnte unser „Campingplatz“, ein Rastplatz an der A2, kurz hinter dem Gotthard Tunnel, es locker mit jedem italienische Campingplatz in Punkto Sauberkeit, Schlafkomfort, Reinlichkeit, Lärmbelästigung, Aussicht und Hygiene aufnehmen.

Levanto, Camping San Michelle ***

Der freundliche Campingplatz San Michele von Levanto, in unmittelbarer Nähe der Cinque Terre, fünf Dörfer an der ligurischen Küste, die so berühmt sind, dass man Schlange stehen muss, hieß uns die nächste Nacht willkommen. Während unseres Aufenthalts waren wir nicht sonderlich begeistert, aber rückblickend muss man zugeben, dass es sich um einen der schönsten Campingplätze in Italien überhaupt handelt. Klare Abstriche gibt es für die Tatsache, dass neben den horrenden Camping-, Auto-, Pro Kopf- und Zeltgebühren auch noch ein Euro für warmes Wasser bezahlt werden muss. Die Bierpreise an der Camping Bar lassen die Getränkekarte im teuersten Edelpuff von Tokyo diskontgünstig erscheinen. Unangenehm auch die hohe Dichte von Belgiern.

Bedienungsanleitung fürs Zelt vergessen!Ein unschöner „Zwischenfall“ (Bild rechts, durch Klicken erhalten Sie eine Detailansicht), der sich auf Grund leichter Schwierigkeiten beim Versuch unser Zelt ohne Bedienungsanleitung aufzubauen und einer verlegten Unterhose ergab, um dann für uns nicht mehr rekonstruierbar zu eskalieren, führte bedauerlicherweise dazu, dass der Italienische Campingverband (Confederazione Italiana Campeggiatori) einen Bann aussprach, der uns und unseren Nachkommen jegliches Camping auf italienischem Hoheitsgebiet zukünftig untersagt.

Camping Siesta Villagio Turistico Rodi di Gargano: **

Von so einem Bann lassen wir uns nicht abschrecken. Fortan legten wir uns unscheinbare Campingnamen zu und traten zwecks Campingregistratur als Atlas van Eyck (M) und Onofio di Molfetta (ich) in Erscheinung. Diese List erlaubte uns die Übernachtung auf dem Siesta (müsste eigentlich Fiesta heissen!) Campingplatz und Villagio Turistico Camping in Gargano. Camping der Zukunft schon heute.

Campeggiatori del futura!Wie man unschwer erkennt (Bild links, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht) verfügt Siesta über futuristische Weltraumcampingbungalows, die selbst dem verwöhntesten Stadtmenschen allen nur erdenkbaren Komfort bieten. Leider sprengten die Preise selbst unser Budget. Da es nur ein bisschen regnete entschlossen wir uns, wie man sieht, es noch einmal mit dem Zelt zu versuchen.

Eigentlich wird die Bezeichnung Villagio Turistico dem Siestaangebot von Non-Stop Animazione, Restaurant, Bar, Supermarkt und heißen Duschen (kostenlos!) nicht gerecht. Es handelt sich um ein metropoli turistico von Weltrang. Die junge Dame an der Rezeption war ausgesprochen hübsch und sympatisch. Angeblich gibt es auf dem Campingplatz einen Baum, von dessen Krone aus man das Meer sehen kann.

Viel Spaß beim Selbercampen!

Toptipps zum Umgang mit den Einheimischen.

Samstag, 9. September 2006

Italiener sind leicht zu begeistern, wenn man sich vor dem Urlaub ein wenig mit Land und Leuten beschäftigt. In den folgenden Tagen möchte ich an dieser Stelle über meinen Italienurlaub mit M berichten und hoffe, dass meine Erfahrungen Euch helfen, Euch auf eine eigene Reise ins Land des Duce Vita vorzubereiten.

Vorab: mit der Ausnahme von vielleicht Sex, Geld, gemeinsamen Bekannten oder gar Verwandten, verbindet nichts so sehr wie Essen und Trinken und sich darüber verständigen zu können. Daher ein paar Tipps zu Sprach- und Essgewohnheiten.

  • Deutsch – Italiano
  • Bier – Birra
  • Fassbier – Birra alla spina
  • Expresso – Espresso
  • normaler Kaffee – gibt’s nicht.
  • Pizza – Pizza
  • Spagetti – Spaghetti
  • Toiletten – Bagno
  • Nennen Sie sowas wirklich Bier? – Questa sarebbe birra?

Ein wichtiger Hinweis zum Thema Bier

Morena fragt sich, ob Du wirklich soviel trinken musst? Señor Moretti hat sich heute wieder ordentlich einen hinter die Binde gekippt.TOPTIPP: in Italien gibt es zwei Sorten Bier: Birra Morena und Birra Moretti. Beide haben gemeinsam, dass sie nicht sonderlich gut schmecken. Daneben hat jede Marke noch spezifische Nachteile. Morena, die Alte auf dem Birra Morena Etikett, schaut einen immer so vorwurfsvoll an, so „wenn Du Dich weiter so zulaufen lässt, gibt’s heute kein Kuscheln“ halt.

Dagegen ist Señor Moretti von Birra Moretti schon so dicht, dass nicht mal mehr Phantasiegespräche mit ihm möglich sind. Das erinnert kontinuierlich an den eigenen Zustand und welche fiesen Kopfschmerzen man morgen haben wird.

Einziger Pluspunkt: italienisches Bier wird in praktischen 0,66 Literflaschen verkauft!

Hartlap goes Pop

Montag, 4. September 2006

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Die Spex, das alte Langweilerblatt, kann einpacken. Detlef Hartlap, der Diederich Diederichsen der deutschen Fernsehzeitschriftenlandschaft, hat seinen unermeßlichen Wahrnehmungshorizont im wöchentlichen Leitkommentar der prisma auf die (für den eingefleischten Skeptiker natürlich viel zu überschwenglichen) Rezensionen des neuen Albums der Hamburger Diskursrocker „Kante“ erweitert und ist damit in der intellektuellen Königsdisziplin angekommen, nämlich der Kritik der Kritik. Opfer seines wie immer um sieben Ecken geführten Gedankengangs sind aber am Ende gar nicht die Nerds aus dem Norden: Hartlap pöbelt Disco-Queen Madonna höchstpersönlich an, indem er ihr gnadenlos und aus heiterem Himmel „tiefe Minderwertigkeistgefühle“ attestiert. Außerdem sei die singende Dame im Gegensatz zum französischen Meisterstrategen Napoleon vollkommen ungebildet. „Das zu sehen“, stellt der ausgewiesene Ostfriesland-Kenner nonchalant fest, „muss man nicht Freud heißen“. Dem ist nichts hinzuzufügen, Monsieur Detlef Detlefsen!