Italien: Campingparadies.

Nicht, dass M und ich uns das Four Seasons in Mailand nicht leisten könnten, aber manchmal braucht man die Nähe zur Natur, die Ruhe und den rustikalen Charme, den nur Camping bieten kann. So erholt man sich im Schlaf (sofern man einschlafen kann) vom ständigen Stress und den Strapazen einer topbezahlten Führungsposition.

Autobahnparkplatz A2 Schweiz *****

Italien: Heimat des Autocamp!

Italien eignet sich vorzüglich für jede Art vom Camping. Am ersten Tag (Bild links, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht) haben wir es leider nicht bis Italien geschafft. Wir entschlossen uns, trotz der brennenden Sehnsucht nach Bella Italia, eine Nacht in der Schweiz zu „campen“, denn die Schweiz ist so wie Norditalien, nur sauber. So könnte unser „Campingplatz“, ein Rastplatz an der A2, kurz hinter dem Gotthard Tunnel, es locker mit jedem italienische Campingplatz in Punkto Sauberkeit, Schlafkomfort, Reinlichkeit, Lärmbelästigung, Aussicht und Hygiene aufnehmen.

Levanto, Camping San Michelle ***

Der freundliche Campingplatz San Michele von Levanto, in unmittelbarer Nähe der Cinque Terre, fünf Dörfer an der ligurischen Küste, die so berühmt sind, dass man Schlange stehen muss, hieß uns die nächste Nacht willkommen. Während unseres Aufenthalts waren wir nicht sonderlich begeistert, aber rückblickend muss man zugeben, dass es sich um einen der schönsten Campingplätze in Italien überhaupt handelt. Klare Abstriche gibt es für die Tatsache, dass neben den horrenden Camping-, Auto-, Pro Kopf- und Zeltgebühren auch noch ein Euro für warmes Wasser bezahlt werden muss. Die Bierpreise an der Camping Bar lassen die Getränkekarte im teuersten Edelpuff von Tokyo diskontgünstig erscheinen. Unangenehm auch die hohe Dichte von Belgiern.

Bedienungsanleitung fürs Zelt vergessen!Ein unschöner „Zwischenfall“ (Bild rechts, durch Klicken erhalten Sie eine Detailansicht), der sich auf Grund leichter Schwierigkeiten beim Versuch unser Zelt ohne Bedienungsanleitung aufzubauen und einer verlegten Unterhose ergab, um dann für uns nicht mehr rekonstruierbar zu eskalieren, führte bedauerlicherweise dazu, dass der Italienische Campingverband (Confederazione Italiana Campeggiatori) einen Bann aussprach, der uns und unseren Nachkommen jegliches Camping auf italienischem Hoheitsgebiet zukünftig untersagt.

Camping Siesta Villagio Turistico Rodi di Gargano: **

Von so einem Bann lassen wir uns nicht abschrecken. Fortan legten wir uns unscheinbare Campingnamen zu und traten zwecks Campingregistratur als Atlas van Eyck (M) und Onofio di Molfetta (ich) in Erscheinung. Diese List erlaubte uns die Übernachtung auf dem Siesta (müsste eigentlich Fiesta heissen!) Campingplatz und Villagio Turistico Camping in Gargano. Camping der Zukunft schon heute.

Campeggiatori del futura!Wie man unschwer erkennt (Bild links, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht) verfügt Siesta über futuristische Weltraumcampingbungalows, die selbst dem verwöhntesten Stadtmenschen allen nur erdenkbaren Komfort bieten. Leider sprengten die Preise selbst unser Budget. Da es nur ein bisschen regnete entschlossen wir uns, wie man sieht, es noch einmal mit dem Zelt zu versuchen.

Eigentlich wird die Bezeichnung Villagio Turistico dem Siestaangebot von Non-Stop Animazione, Restaurant, Bar, Supermarkt und heißen Duschen (kostenlos!) nicht gerecht. Es handelt sich um ein metropoli turistico von Weltrang. Die junge Dame an der Rezeption war ausgesprochen hübsch und sympatisch. Angeblich gibt es auf dem Campingplatz einen Baum, von dessen Krone aus man das Meer sehen kann.

Viel Spaß beim Selbercampen!

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