Archiv für die Kategorie „Bella Italia“

2008 zu besuchen… Reggio Emilia

Sonntag, 16. Dezember 2007


Die Collezione Maramotti in Reggio Emilia.

„Bongiorno“ heisst „Ich liebe Dich“…

Samstag, 30. Juni 2007

Rudolf, der Schlawiner.… wäre ein super Titel für so eine ZDF Eigenproduktion, finden Sie nicht? Ich habe das Drehbuch im Kopf schon fast fertig: Auf Elba trifft der verwitwete Kardiologe Rudolph von Stattelhoffer die smarte Tierpflegerin Hanne, die dort auf der Insel das gebrochene Bein des Schimpansen Rudolf kuriert. Eine unheilvolle Verwechselung, durch lustigen Schabernack des Schimpansen und dessen Namensvetterschaft zum Kardiologen verursacht, lässt den Verdacht entstehen, dass Dr. Rudolph seine Frau ermordet hat. Zwischen Rudolph und Hanne knistert es zwar, aber sie weiß nicht, ob sie dem Kardiologen vertrauen kann.

„Ich würde mich so gerne in Deinen starken Armen fallen lassen, aber ich weiß nicht, ob ich Dir vertrauen kann.“ könnte sie ihm z.B. in einem intimen Moment zuflüstern.

Wird es Dr. van Stattelhoffer gelingen, seine Unschuld zu beweisen? Oder zumindest Hanne davon überzeugen, dass seine Frau wirklich bei einem tragischen Tennisunglück auf dem von Stattelhoff’schen Anwesen umgekommen ist?

Ich denke, man muss zielgruppenorientiert denken, wenn man Erfolg als Drehbuchautor haben will, und das 75-95jaehrige Kernpublikum beim ZDF mag sowohl schmucke Ärzte und Schimpansen.

Klobrillendiebstahl: ein Italienischer Volkssport.

Dienstag, 12. September 2006

typisch Italien: dreckig und keine KlobrilleAm 1. September, Namenstag des St. Fiacre, Schutzpatron der Taxifahrer, Geschlechtskranken und Hämorrhoidenleidenden sieht man überall in Italien junge Männer mit gestohlenen Klobrillen aus Bars und Restaurants fliehen, um diese ihrer Herzensdame als Beweis ihrer Liebe zu schenken.

Diebstahlsicher? Von wegen.Dieser, allerorten als „Rubi la toletta“ bekannte Streich, erfreut die gebeutelten Toilettenbesitzer natürlich weniger. Sie rüsten auf: vielerorts sind in Italien die Klobrillen bereits abmontiert, speziell gesichert oder werden dem Toilettenbenutzer nur auf besondere Anfrage ausgehändigt. Auf dem Bild rechts (durch Klicken erhalten Sie eine Detailansicht) erkennen sie z.B. eine spezielle viereckige Toilette, die den Langfingern vermeintlich das Leben schwierig machen soll.

Fehl da etwas? Was Ausländer recht umständlich erscheint, ist für Italiener selbstverständlich: vor dem Toilettenbesuch geht man zum Wirt und erhält dort gegen einen geringen Pfand die Klobrille. Diese ist je nach Etablissement zusätzlich, z.B. durch eine schwere Kette oder einen Autoreifen, gesichert, wie es in Deutschland inszwischen auch bei Tankstellentoilettenschlüsseln üblich ist. Erst dann kann man sein „Geschäft“ erledigen.

Bitte fragen Sie an der Theke.TOPTIPP: Für ortsunkundige Reisende ist folgender Satz unverzichtbar: „Mi fornireste prego la sede della toletta?„, das soviel heißt wie „Bitte händigen Sie mir die Klobrille aus.“ Meist herrscht danach erst ein großes Gezeter. Der Wirt muss immer auf der Hut sein vor gewieften Tunichtguts, die vor keiner List zurückschrecken. Und längst beschränken sich die Beutezüge nicht mehr auf das Fiacrefest! Eher früher als später zeigt sich jeder Wirt in diesem Spielchen aber als einsichtig, also: hartnäckig bleiben. (Bild rechts, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht. Auf dem Schild steht: „Klobrille bitte an der Theke erfragen)

Bitte VOR und nach der Toilettenbenutzung die Hände waschen. Selbstverständlich kann der Wirt nicht immer eine frische Klobrille bereithalten. Besonders anfang September zur Zeit um das Fiacrefest sind Klobrillen in Italien in jedem Baumarkt ausverkauft. Betrachten sie das Bild links (durch Klicken erhalten Sie ein Detailansicht). Da entschuldigt sich der Wirt mit einem Schildchen und erinnert den Toilettenbenutzter an die besonderen Vorsichtsmaßnahmen, die sich aufgrund der widrigen hygienischen Bedingungen empfehlen. Auf dem Schild steht „Bitte waschen Sie sich vor und nach der Toilettenbenutzung die Hände“. TOPTIPP: Waschen Sie sich in Italien IMMER sowohl vor als auch nach der Toilettennutzung die Hände, auch bei vorhandener Klobrille!

Mussolinis Toilette auf Gran SassoÜbrigens: der Klobrillen Diebstahl hat in Italien auch in gehobenen Kreisen lange Tradition. So hat sich z.B. der Duce, Mussolini, selbst auf der Flucht aus dem Campo Imperatore die Zeit genommen, die Brille abzumontieren (Bild rechts, durch Klicken erhalten Sie eine Detailsansicht). Man munkelt, dass nach Sylvio Berlusconis Deutschlandbesuch sämtliche Klobrillen in Angela Merkels Privatresidenz erneuert werden mussten.

Eine mittelschwere Katastrophe.

Montag, 11. September 2006

Spass verboten!Wenige Minuten in Levanto angekommen, mussten wir bedauerlicherweise feststellen, dass M’s deutscher Rezepteblock in italienischen Apotheken nicht gültig ist. Ausgerechnet Levanto! An jedem anderen Fleckchen Italiens wäre das keine Problem gewesen, doch in Levanto herrscht ein mit aller Strenge durchgesetztes absolutes Spassverbot (Bild rechts, duch klicken erhalten Sie eine Detailansicht). Erst als zwölf Flaschen rezeptfreies Nasenspray ausgetrunken waren, gestaltete sich der Tag als einigermassen erträglich.

Italien: Campingparadies.

Sonntag, 10. September 2006

Nicht, dass M und ich uns das Four Seasons in Mailand nicht leisten könnten, aber manchmal braucht man die Nähe zur Natur, die Ruhe und den rustikalen Charme, den nur Camping bieten kann. So erholt man sich im Schlaf (sofern man einschlafen kann) vom ständigen Stress und den Strapazen einer topbezahlten Führungsposition.

Autobahnparkplatz A2 Schweiz *****

Italien: Heimat des Autocamp!

Italien eignet sich vorzüglich für jede Art vom Camping. Am ersten Tag (Bild links, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht) haben wir es leider nicht bis Italien geschafft. Wir entschlossen uns, trotz der brennenden Sehnsucht nach Bella Italia, eine Nacht in der Schweiz zu „campen“, denn die Schweiz ist so wie Norditalien, nur sauber. So könnte unser „Campingplatz“, ein Rastplatz an der A2, kurz hinter dem Gotthard Tunnel, es locker mit jedem italienische Campingplatz in Punkto Sauberkeit, Schlafkomfort, Reinlichkeit, Lärmbelästigung, Aussicht und Hygiene aufnehmen.

Levanto, Camping San Michelle ***

Der freundliche Campingplatz San Michele von Levanto, in unmittelbarer Nähe der Cinque Terre, fünf Dörfer an der ligurischen Küste, die so berühmt sind, dass man Schlange stehen muss, hieß uns die nächste Nacht willkommen. Während unseres Aufenthalts waren wir nicht sonderlich begeistert, aber rückblickend muss man zugeben, dass es sich um einen der schönsten Campingplätze in Italien überhaupt handelt. Klare Abstriche gibt es für die Tatsache, dass neben den horrenden Camping-, Auto-, Pro Kopf- und Zeltgebühren auch noch ein Euro für warmes Wasser bezahlt werden muss. Die Bierpreise an der Camping Bar lassen die Getränkekarte im teuersten Edelpuff von Tokyo diskontgünstig erscheinen. Unangenehm auch die hohe Dichte von Belgiern.

Bedienungsanleitung fürs Zelt vergessen!Ein unschöner „Zwischenfall“ (Bild rechts, durch Klicken erhalten Sie eine Detailansicht), der sich auf Grund leichter Schwierigkeiten beim Versuch unser Zelt ohne Bedienungsanleitung aufzubauen und einer verlegten Unterhose ergab, um dann für uns nicht mehr rekonstruierbar zu eskalieren, führte bedauerlicherweise dazu, dass der Italienische Campingverband (Confederazione Italiana Campeggiatori) einen Bann aussprach, der uns und unseren Nachkommen jegliches Camping auf italienischem Hoheitsgebiet zukünftig untersagt.

Camping Siesta Villagio Turistico Rodi di Gargano: **

Von so einem Bann lassen wir uns nicht abschrecken. Fortan legten wir uns unscheinbare Campingnamen zu und traten zwecks Campingregistratur als Atlas van Eyck (M) und Onofio di Molfetta (ich) in Erscheinung. Diese List erlaubte uns die Übernachtung auf dem Siesta (müsste eigentlich Fiesta heissen!) Campingplatz und Villagio Turistico Camping in Gargano. Camping der Zukunft schon heute.

Campeggiatori del futura!Wie man unschwer erkennt (Bild links, durch klicken erhalten Sie eine Detailansicht) verfügt Siesta über futuristische Weltraumcampingbungalows, die selbst dem verwöhntesten Stadtmenschen allen nur erdenkbaren Komfort bieten. Leider sprengten die Preise selbst unser Budget. Da es nur ein bisschen regnete entschlossen wir uns, wie man sieht, es noch einmal mit dem Zelt zu versuchen.

Eigentlich wird die Bezeichnung Villagio Turistico dem Siestaangebot von Non-Stop Animazione, Restaurant, Bar, Supermarkt und heißen Duschen (kostenlos!) nicht gerecht. Es handelt sich um ein metropoli turistico von Weltrang. Die junge Dame an der Rezeption war ausgesprochen hübsch und sympatisch. Angeblich gibt es auf dem Campingplatz einen Baum, von dessen Krone aus man das Meer sehen kann.

Viel Spaß beim Selbercampen!

Toptipps zum Umgang mit den Einheimischen.

Samstag, 9. September 2006

Italiener sind leicht zu begeistern, wenn man sich vor dem Urlaub ein wenig mit Land und Leuten beschäftigt. In den folgenden Tagen möchte ich an dieser Stelle über meinen Italienurlaub mit M berichten und hoffe, dass meine Erfahrungen Euch helfen, Euch auf eine eigene Reise ins Land des Duce Vita vorzubereiten.

Vorab: mit der Ausnahme von vielleicht Sex, Geld, gemeinsamen Bekannten oder gar Verwandten, verbindet nichts so sehr wie Essen und Trinken und sich darüber verständigen zu können. Daher ein paar Tipps zu Sprach- und Essgewohnheiten.

  • Deutsch – Italiano
  • Bier – Birra
  • Fassbier – Birra alla spina
  • Expresso – Espresso
  • normaler Kaffee – gibt’s nicht.
  • Pizza – Pizza
  • Spagetti – Spaghetti
  • Toiletten – Bagno
  • Nennen Sie sowas wirklich Bier? – Questa sarebbe birra?

Ein wichtiger Hinweis zum Thema Bier

Morena fragt sich, ob Du wirklich soviel trinken musst? Señor Moretti hat sich heute wieder ordentlich einen hinter die Binde gekippt.TOPTIPP: in Italien gibt es zwei Sorten Bier: Birra Morena und Birra Moretti. Beide haben gemeinsam, dass sie nicht sonderlich gut schmecken. Daneben hat jede Marke noch spezifische Nachteile. Morena, die Alte auf dem Birra Morena Etikett, schaut einen immer so vorwurfsvoll an, so „wenn Du Dich weiter so zulaufen lässt, gibt’s heute kein Kuscheln“ halt.

Dagegen ist Señor Moretti von Birra Moretti schon so dicht, dass nicht mal mehr Phantasiegespräche mit ihm möglich sind. Das erinnert kontinuierlich an den eigenen Zustand und welche fiesen Kopfschmerzen man morgen haben wird.

Einziger Pluspunkt: italienisches Bier wird in praktischen 0,66 Literflaschen verkauft!