Der GEZ-Wahnsinn geht weiter: Kommt jetzt auch die Wikipedia-Gebühr?

Jimmy Wales ist ein sanftmütiger Menschenfreund. Nicht zufällig wurde der Wikipedia-Gründer, auch bekannt als „Jimbo, der medienfreundliche Wikifant„, im April vom Time Magazine unter die „100 Most Influental People“ der Welt (inklusive Nordkoreas) gewählt. Besonders Pressevertreter schätzen ihn als auskunftfreudigen Interviewpartner und Garanten brandheißer Top-Meldungen über die Zukunft unseres Wissens im Zeitalter globaler Datenströme. Mit Vorliebe macht sich „Jimbo“ tiefschürfende Gedanken über Artikel, die von ihm selbst handeln — am liebsten, wenn sie in den einflußreichsten Medien der Welt erscheinen.

20050814214751-Nokia 6680(093).jpgJetzt aber ist dem sympathischen Enzyklopädisten in der Nachfolge von Diderot (der allerdings, anders als Jimmy Wales, „zu Lebzeiten wenig bekannt“ blieb) sein verdienter Ruhm offenbar doch ein wenig zu Kopf gestiegen. Der überhaupt nicht eingebildete „Internet-Einstein“ gab auf einer Pressekonferenz in seinem Garten in St. Petersburg, Florida, aufsehenerregende Pläne bekannt. Von den besonders wißbegierigen deutschen Usern will der bescheidene „Wiki-Stalin“ künftig Gebühren nach dem Muster der GEZ eintreiben. Vor allem Schulkinder, die den Online-Datenschatz für ihre Hausaufgaben mißbrauchen, sollen zur Kasse gebeten und um ihr Taschengeld erleichtert werden — zur Not unter Einsatz von Schlagringen, Messern und Pfefferspray.

„Wikipedia hat Radio und Fernsehen als wichtigste Informationsquelle längst ersetzt“, begründete der fröhliche Positivist den ungewöhnlichen Schritt bei einem lockeren Pressefrühstück. „Außerdem haben diese gottverdammten Deutschen den Krieg angefangen, das haben wir in unserem entsprechenden Diskussionsforum ein für allemal bewiesen.“ Von den erwarteten Einnahmen in zehnstelliger Höhe will der 39jährige Querkopf russische Atom-U-Boote erwerben: „Das ist nun einmal mein Hobby!“ Eine fragwürdige Entscheidung, welche die Wikipedia-Gemeinde dem lausbubenhaften „Wissens-Hitler“ (Motto: „Free Knowledge For Free Minds“) aber wohl kaum verübeln wird.

3 Kommentare zu „Der GEZ-Wahnsinn geht weiter: Kommt jetzt auch die Wikipedia-Gebühr?“

  1. […] Ottmar Schreiner ordnet man den Linken der SPD zu. Naja, bei der einen oder anderen Sache mag er dagegen gestimmt haben, unter dem Strich gehört er den ASozialdemokraten an, die Hartz zu verantworten haben. Heute sagt er, die Arbeitsmarkpolitik stelle sich ziemlich chaotisch dar. So kann man die Vernichtung vieler Existenzen auch beschreiben. In England ist es mittlerweile so, dass immer weniger sozial Schwache studieren – so sieht Deutschlands Zukunft aus. Jimmy Wales ist Gründer der Wikipedia – ein Vollpfosten wie es scheint, hat er sein Wissen über uns Deutsche wohl aus alten Dokumentationen: Von den besonders wißbegierigen deutschen Usern will der erzbescheidene Wiki-Stalin künftig Gebühren nach dem Muster der GEZ eintreiben. […] Außerdem haben diese gottverdammten Deutschen den Krieg angefangen, das haben wir in unserem entsprechenden Diskussionsforum ein für allemal bewiesen. Ich habe jetzt die Quelle nicht verifiziert. […]

  2. Montessori Kindergarten…

    Sie wurde von der Universität Amsterdam mit dem Ehrendoktor und als außerordentliche Hochschulprofessorin gewürdigt und mit dem Orden von Oranien und Nassau ausgezeichnet….

  3. Pfefferspray sagt:

    Wollte mich eben über die GEZ informieren und bin über Google hier gelandet. Ich denke die Akzeptanz bzw. fehlende Akzeptanz der GEZ in Deutschland wird es auch anderen Anbietern nicht ermöglichen ein ähnliches Modell zu installieren. Ich verstehe nicht warum Wikipedia nicht einfach auf dezente Werbung setzt?